Eltern auf die Schulbank?

Erschreckende Fälle von Kindsmisshandlung bis hin zum Tod halten die Diskussion um die Fähigkeit von Eltern, Kinder angemessen großzuziehen, in Schwung. In diesen Tagen wird vor Gericht gegen den Vater von Sarah aus dem Landkreis Roth verhandelt, die im August 2009 im Alter von drei Jahren verhungert war (die Mutter ist wegen einer Krebserkrankung nicht verhandlungsfähig).

 

Solche Katastrophen führen immer wieder zur Frage nach den ganz unterschiedlichen Voraussetzungen, die Eltern von sich aus für ihre Aufgabe mitbringen. Sollte der Staat - die Gesellschaft - seine/ihre Mitglieder nicht besser auf die Verantwortung Elternschaft vorbereiten? Sollten Elternkurse forciert oder gar zwingend vorgeschrieben werden?

 

In der Dezemberausgabe von Fritzi, dem neuen Familienmagazin für Erlangen und Herzogenaurach, lesen Sie über das Für und Wider: Pädagogische Kurse für Eltern: Ja bitte - Elternführerschein: Nein,danke.

 

Liebe Leserinnen und Leser, was halten Sie von dieser Problematik? Um ein Mofa zu fahren, braucht es einen Führerschein - Kinder großziehen dagegen darf jeder ohne jegliche Vorbereitung? Ist das zu verantworten?

 

Gabi Graßl

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Roland (Donnerstag, 18 November 2010 07:57)

    Mich stört an dieser Diskussion, dass den Eltern alle Verantwortung für das Wohlergehen der Kinder zugeschoben wird - in einer kinderfeindlichen Gesellschaft. Wo sind Kinder keine Störenfriede, die den reibungslosen Ablauf stören? Allenfalls werden sie als Wirtschaftsfaktor gesehen, kurbeln den Umsatz an.

  • #2

    silvia (Freitag, 19 November 2010 15:42)

    Wer es nicht gelesen oder im Radio gehört hat: Gestern wurde das Urteil in diesem Prozess gegen den Vater des verhungerten Kinds gesprochen: Er wurde zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt wegen Mordes durch Unterlassen und Misshandlung einer Schutzbefohlenen. Für einen Mord gibt es an sich eine lebenslange Freiheitsstrafe, die Richter entschieden aber, dass die Schuld der Mutter höher zu werten sei - der Vater war immer nur am Wochenende und im Urlaub zu Hause gewesen.