Einzelkind sein/mit Geschwistern leben - wie ist das, wie war es?

Pro-Kontra Einzelkind heißt eines der  Themen im neuen Fritzi-Sommerheft, das derzeit gerade ausgeteilt wird.

Dazu hat sicher jeder eine Meinung oder Erfahrungen, denke ich.

 

Ich selbst bin mit Geschwistern (zwei Brüdern) aufgewachsen und habe das grundsätzlich (nicht in jeder Situation!) als große Bereicherung erlebt. Vor allem die Möglichkeit, sich ein Stück weit gegen die übermächtigen Eltern zu verbünden. Eine eigene Welt neben der Erwachsenenwelt, eine Art "Kinderbande" zu haben. Sicher funktioniert das nur, wenn die Kinder altersmäßig nicht weit auseinander liegen. Aber ein großer Bruder oder eine kleine Schwester geben dem anderen Geschwisterkind sicher auch viel, wenn auch anderes.

 

Meine eigenen Kinder, ein Junge und ein Mädchen,  sind nur 15 Monate auseinander und bildeten quasi immer ein Team. Für sie war es sicher wichtig, Geschwister zu haben. Zum Beispiel stellte  für meine kleine Tochter der Einstieg in den Kindergarten keine große Aktion dar, weil sie dann einfach mit dem "großen Bruder" mitgegangen ist.

 

Mein Fazit: Geschwister haben ist schön (und anstrengend) - ich bedauere Kinder, die keine haben. Allerdings gibt es in dem Fall ja auch oft enge Freundschaften mit Nachbarskindern, vielleicht ist also der Unterschied gar nicht so groß?

 

Gabi Graßl, Familienmagazin Fritzi

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Roland (Mittwoch, 18 Mai 2011 19:30)

    Einzelkind – Geschwisterkind?

    Ich fand's Klasse, Geschwister zu haben! Da meine 2 Brüder zum Spielen damals aber meistens zu alt waren, mußten also gleich auch noch meine Cousins und Cousinen in meiner weiteren Familie dazu, - als "Quasi-Geschwister". Wie es weiterging? – Ich landete im Internat mit ca. 100 "Schicksals-Geschwistern" vereint gegen ein vermufftes Erziehungs-Establishment. – Studium mit Flower-Power und einer Generation von Brüdern und Schwestern für eine bessere (?) Welt. – Auch mal eine Zeit lang ein indisches Ashram, - alles nur Brüder und Schwestern, hihi. – Egal ob leibliche Geschwister oder Einzelkind, wichtig ist mir nur, daß bei Dir ankommt: "The World is my Family." – Die Welt ist meine Familie.
    Ach ja, was mache ich heute? Als Psychotherapeut kümmere ich mich um die (verletzten) inneren Kinder meiner Klienten (Geschwister) und versuche sie zurückzuholen in die "Familie". Jeder hat da seinen eigenen Weg. – Ist das Leben nicht wunderbar?

    Roland

  • #2

    Susann (Mittwoch, 18 Mai 2011 21:27)

    Ich habe eine Bruder und bin sehr froh darüber. Und ich hoffe auch, dass unser Kind kein Einzelkind bleibt. Sollte es aus irgendwelchen Gründen doch so kommen, ist es natürlich auch nicht so schlimm, denn wir Roland in seinem Kommentar schon schreibt: man sollte das geschwisterliche Gefühl nicht nur genetisch sehen.
    Von den Vorurteilen gegenüber Einzelkindern halte ich im Übrigen nichts (mehr). Einer meiner Freunde ist selbstlos, hilfbereit und agiert stets rücksichtsvoll. Er ist ohne Geschwister aufgewachsen. Ein Bekannter allerdings, ist das, was man so als "typisches Einzelkind" bezeichnet - er hat 3 Brüder. :D

  • #3

    Bernhard (Mittwoch, 29 Juni 2011 11:15)

    Wird mir zu sehr idealisiert, dieses Miteinander von Geschwistern. Ich als jüngstes Geschwisterkind von vieren guckte eher immer in die Röhre, die Großen wollten mich nicht dabei haben, ich zählte nicht wirklich dazu. Für mich ist das Thema Geschwister in meiner Erinnerung eher negativ besetzt.